Ortenberg und seine Stadtteile

 

Usenborn


Kirche UsenbornUsenborn, einer der "jüngsten" Ortenberger Stadtteile, konnte im Jahr 2005 auf eine 700-jährige Geschichte seit seiner urkundlichen Ersterwähnung zurückblicken. Aufgrund von verschiedenen archäologischen Funden in der Umgebung kann aber davon ausgegangen werden, dass bereits in der Jungsteinzeit (etwa 4000 - 1700 vor Christus), aber spätestens seit der fränkischen Landnahme um 500 - 800 Menschen Usenborn besiedelten. Der Ortsname bedeutete ursprünglich "Am Brunnen des Uso".

Um Usenborn herum sollen noch die Orte Heilnstein und Escrode (oder Eschtrutt) gelegen haben, deren Gründung in die hochmittelalterliche Zeit (etwa 800 - 1300) fallen würde. Außerdem gab es in der näheren Umgebung, teilweise sogar in der heutigen Gemarkung von Usenborn, die Siedlungen Steinbach, Krommelbach, Schönberg, Hain und Hortzhain, die aber ausnahmslos in der Zeit zwischen 1450 und 1700 gänzlich verlassen wurden.

Zu Beginn der Usenborner Geschichte siedelten wahrscheinlich 4 oder 5 Familien am "Brunnen des Gaugrafen Uso", der vermutlich unterhalb des "Lindenraines" stand. Die Bevölkerung Usenborns betrug nach der Gründung um 20 Einwohner, stieg nach der Kirchengründung zwischen den Jahren 950 und 1000 aber auf 100 Einwohner an. Diese Zahl hat sich wahrscheinlich bis zum Spätmittelalter nicht wesentlich verändert.

Nachdem viele Bewohner der verlassen Ortschaften der Umgebung nach Usenborn gezogen waren und sich außerdem Bergleute und Hüttenarbeiter dort niedergelaseen hatten, zählte das Usenborner Schatzregister im Jahr 1569 etwa 280 Einwohner. Auch Usenborn blieb im Mittelalter von Kriegen und anderen Notzeiten nicht verschont. Während der mainzischen Stiftsfehde 1462 zogen Soldaten durch das hiesige Gebiet, fielen in die Dörfer ein, plünderten die Kirchen und hinterließen allenthalben Blut und Verwüstung. In unregelmäßigen Abständen wurden die Dörfer auch von Räubern heimgesucht. Nach der Belagerung Frankfurts 1552 misshandelten brandenburgische Reiter auf ihrem Zug durch unsere Gegend auch die Usenborner Bevölkerung und raubten das Vieh.

Schreckliche Jahre haben die Usenborner, wie die Bewohner anderer Dörfer auch, während des 30-jährigen Krieges erlebt. Nicht nur immer wieder einfallende Soldatenhorden, die die Siedlungen verwüsteten und plünderten und die Bewohner misshandelten, sondern auch die Pest gehörten zu ihrem Alltag. Viele Menschen verließen Usenborn und suchten in den befestigten Städten wie Ortenberg, Lißberg oder Nidda, die besseren Schutz boten, Unterkunft. Ab 1700 war der Vorkriegszustand schließlich wieder in allen Lebensbereichen hergestellt. Zu dieser Zeit gab es in Usenborn auch die erste Schule.

Auch die beiden Weltkriege gingen nicht spurlos an Usenborn vorüber und forderten unter den Einwohnern blutigen Tribut. Der große Flüchtlings- und Vertriebenenstrom brachte nach 1945 nicht unerhebliche Folgelasten der nationalsozialistischen Herrschaft ins Dorf, denn viele Neubürger mussten in den knapp bemessenen Wohnraum und die dörfliche Gemeinschaft integriert werden.

Mit 1194 Hektar ist die Gemarkung Usenborn flächenmäßig der mit Abstand größte Ortenberger Ortsteil.

Private Homepage von Usenborn:
http://www.usenborn.de/