Ortenberg und seine Stadtteile

 

 

Lißberg


Lißberg, 1604 mit Stadtrechten und 1605 mit Marktrechten ausgestattet, gehörte im Mittelalter zu den besonders gut geschützten, befestigten Ortschaften im heimischen Raum. Die Burg, heute leider nur noch als Ruine vorhanden, wurde urkundlich erstmals 1222 als "Liebesberg" erwähnt. Der Ort selbst, so wird vermutet, dürfte aber bereits vorher in Form von Einzelgehöften bestanden haben und breitete sich als geschlossene Siedlung in den Folgejahren um die neuerbaute Burg aus.

Die Idylle des malerisch gelegenen Ortes wurde aber in den folgenden Jahrhunderten immer wieder von Kriegswirren, Brandschatzungen und räuberische Überfälle unterbrochen. Die ersten großen Zwischenfälle brachte der Dreißigjährige Krieg. Die Landsknechtshorden des Herzogs von Braunschweig zogen 1622 in breiter Front über den Vogelsberg in Richtung Main, brannten Ortschaften nieder, raubten, plünderten und misshandelten die Bewohner. Viele Frauen und Kinder wurden getötet. Die schon damals stehende Lißberger Kirche wurde aufgebrochen und alles Wertvolle gestohlen oder zerstört.

Im Jahre 1635 wurde Lißberg ein zweites Mal gebrandschatzt und die Einwohner misshandelt. Aber der größte Schreckenstag, den Lißberg je erlebt hat, war der 8. September 1796. Als die Truppen des französischen Generals Jourdan auf ihrem Rückzug von Würzburg an die Lahn am 7. September 1796 Quartier für ihren General und 400 Mann verlangten, lehnten die freiheitsbewussten Lißberger diese Forderung ab und setzten sich zur Wehr, bis die französische Übermacht am folgenden Tag nahezu die ganze Ortschaft in Schutt und Asche legte. 58 Wohngebäude wurden ein Raub der Flammen. Nur das Schloss auf dem Burggelände, die Kirche und 28 Häuser blieben nach dem Racheakt noch übrig. 15 Personen, unter ihnen auch der Pfarrer Koch, nach dem in Lißberg heute eine Straße benannt ist und der für seine Gemeinde um Gnade bittend den Franzosen entgegengegangen war, wurden erschossen. 18 Personen wurden schwer verletzt.

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