Tourismus in Ortenberg


Auf einer Anhöhe zwischen Lißberg und dem Eckartsborner Oberdorf ist die „Schafskirche“ gelegen, die Ruine eines Solitärbaues, möglicherweise der Hauskapelle des auf der Hügelkuppe gelegenen Schafhofes, der im Ortenberger Burgfrieden von 1347 erwähnt wird. Ein einfacher, ja karger Bau. Es gab keine Fundamente, eine Brandlehmschicht ganz knapp unter dem Bauhorizont zeigt, dass der Bewuchs der Fläche wohl kurzerhand abgeflämmt wurde. Wahrscheinlich verfiel die Kirche schon im Lauf e des Dreißigjährigen Krieges und wurde nach den Zerstörungen Lißbergs im 18. Jahrhundert als Fundgrube für Baumaterial genutzt. Eine Gemeindekirche war sie mit Sicherheit nicht. Bei Grabungen im Jahre 2002 konnte das Grabungsteam die Festlegung der Bauzeit um 1500 sichern - auf dem Bauhorizont fand sich eine Scherbe aus graffitierter Keramik, die es erst seit dieser Zeit gibt. Die Hoffnung, man könne vielleicht an Bodenverfärbungen die Existenz eines hölzernen Vorgängerbaus nachweisen und damit die Zugehörigkeit zur Route, auf der der Körper des Heiligen Bonifatius zur Ruhestätte in Fulda getragen wurde, hat sich nicht erfüllt.


Trotzdem ist die Schafskirche eine Station der Bonifatius-Route. Zum 1250. Todestag des „Apostel der Deutschen“ wurde im Sommer 2004 ein neuer Wander- und Pilgerweg eröffnet, der an den Leichenzug des Heiligen Bonifatius im Jahr 754 erinnern soll. Ausgangs- und Endstationen sind die beiden bedeutenden geistlichen Zentren Mainz und Fulda. Welche Strecke der historische Leichenzug des Bonifatius exakt nahm, ist nicht bekannt. Wahrscheinlich verlief sie auf alten römischen Straßen und seit vorgeschichtlicher Zeit begangenen Verkehrswegen. Im Vordergrund der neuen, etwa 180 Kilometer langen Route stehen daher Aspekte wie eine interessante kulturelle und naturräumliche Streckenführung, das historische und geistliche Umfeld und die touristische Infrastruktur.


Zurück zum Vulkanradweg: In Eckartsborn im Unterdorf, das nur unweit der offiziellen Radweg-Route liegt und auf einer alternativen Strecke direkt durchfahren wird, lohnt sich die Einkehr in die Gaststätte Haas, die Hessens kleinster gewerblicher Apfelweinkelterei angeschlossen ist. Neben selbst gemachtem Apfelwein und Säften werden auch kleine Speise, beispielsweise Handkäse mit Musik und Wurstplatten, serviert. Im Sommer lädt ein Biergarten zum Verweilen ein.