auf die ehemalige Bahntrasse


Seit Jahrzehnten beschäftigt die unhaltbare Verkehrssituation in Selters Straßenplaner und betroffene Anwohner. Der Magistrat der Stadt Ortenberg sieht zu einer Verlegung der Ortsdurchfahrt Selters auf die ehemalige Bahntrasse keine Alternative.

Lösungsansätze müssen vor allem beachten, dass in Selters die von Nordosten aus Ortenberg kommende B 275 sowie die aus Südosten über Bleichenbach kommende B 457 zusammengeführt werden. Zwei Drittel des Verkehrsaufkommens in der engen Ortsdurchfahrt werden durch Nutzer der B 275 ausgelöst. Deren Verkehrsstrom teilt sich am westlichen Ortsende in Richtung Autobahn oder Friedberg sowie nach Südwesten über Stockheim in Richtung des Ballungsgebietes Rhein-Main.
Die immer wieder – vor allem durch Anlieger der Selterser Sprudelstraße – diskutierte sogenannte Westumgehung (die eigentlich eine Südumgehung wäre) ignoriert, dass zwei Drittel des bisherigen Verkehrsaufkommens am Nadelöhr Eisfabrik südlich in Richtung Bleichenbach abgeleitet werden müsste, um dann über die Höhe südlich an Selters vorbei wieder nach Nordwesten Richtung Ranstadt einzuschwenken. Diese Lösung wurde bereits in den 1980er Jahren durch alle Verkehrsexperten als nicht zielführend verworfen. Laut deren nachvollziehbarer Meinung würde ein Großteil des Richtung Ranstadt/Friedberg strebenden Verkehrs der B275 weiter die Ortsdurchfahrt Selters nutzen. Der Richtung Ballungsgebiet Rhein-Main strebende Verkehr würde in erheblichem Umfang über Bleichenbach nach Südwesten fließen.

An diesen Fakten hat sich außer einem weiter erhöhten Verkehrsaufkommen seit den 1980er Jahren nichts geändert. Ebenso an der Erkenntnis, dass die einzige zielführende Lösung über die ehemalige Bahntrasse führt. Dass diese Streckenführung sämtliche denkbaren Lärmschutzmaßnahmen zu berücksichtigen hat, ist eine Selbstverständlichkeit. Alles in allem spitzt sich jede Diskussion darauf zu, entweder eine Verlegung der Ortsdurchfahrt auf die Bahntrasse anzustreben oder mit der jetzigen Situation auf Dauer zu leben. Mit der Fortschreibung von täglichen Fastzusammenstößen von Lkw, der Gefährdung von Fußgängern sowie ständig steigendem Verkehrslärm wird sich der Magistrat der Stadt Ortenberg jedoch nicht abfinden.