In der Ortsdurchfahrt Wippenbach reiht sich eine Kurve an die nächste. Das Überqueren der Landesstraße L 3184 verlangt große Aufmerksamkeit und Überblick. Dieser Schulweg ist nicht sicher!   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Keine Alternative: Der Weg entlang der Salzwiesen führt durch waldähnliches Gebiet und ist im Winter stockdunkel. Ein Winterdienst findet hier nicht statt. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kein Ort zum Verweilen: Auch wenn die Teilnehmer der Schulwegsbegehung auf dieser Holz-Stahl-Brücke stehen blieben, ist sie dennoch als einsturzgefährdet klassifiziert, weil die metallenen Träger völlig korrodiert sind. Auf einen Abriss hat die Stadt bisher nur deshalb verzichtet, weil die Gefahr für Fußgänger auf der parallel verlaufenden Fahrbahnbrücke noch größer wäre. 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hinter dieser Kurve geht's zur Gesamtschule Konradsdorf. Dieser "Weg" ist von Löchern und Stolperfallen übersät, der Asphalt ist rissig und in Richtung Böschung heruntergebrochen. Wer hier im Winter abrutscht, stürzt auf die Zufahrtsstraße zur Gesamtschule, auf der morgens Hochbetrieb herrscht. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jenseits der Kurve ist der "Weg" zu Ende. Nun müssten die Schüler auf der ohnehin viel zu engen und morgens völlig überlasteten Zufahrtsstraße zur Schule weiterlaufen... 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

... oder auf einen schmalen Grasstreifen ausweichen, der zur Domäne gehört und im Winter ebenfalls von Räumfahrzeugen zugeschoben wird. Eine Wegeparzelle gibt es hier nicht, und ein Trampelpfad ist noch lange kein Schulweg.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Bus-Begegnungsverkehr auf der engen Zufahrtsstraße zur Schule fordert seinen Tribut: Randsteine sind zur Seite gedrückt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Begriff „sicher“ ist relativ. Zu dieser Erkenntnis kamen die Teilnehmer einer Begehung von Schulwegen im Bereich Wippenbach, Selters und Konradsdorf. Der Grünen-Kreistagsabgeordnete Gerhard Salz, Vorsitzender des Ausschusses für Regionalentwicklung, Umwelt und Energie und Mitglied in den Arbeitskreisen Bildung und Regionalentwicklung, Umwelt und Energie, hatte das Treffen initiiert. Neben Bürgermeisterin Ulrike Pfeiffer-Pantring nahmen auch der Ortenberger Bauamtsleiter Jochen Knickel, Stadtverordnetenvorsteherin Ute Arendt-Söhngen, die auch Rektorin der Ortenberger Grundschule ist, sowie Ortsbeiratsmitglieder, betroffene Schüler und deren Eltern daran teil.


Die Stellen, die die Gruppe aufsuchte, lagen allesamt auf Schulwegen, die die Verkehrsgesellschaft Oberhessen neuerdings als „sicher“ definiert. Darum sollen Schüler aus Wippenbach und Selters künftig nicht mehr die Kosten für die Busfahrt zur Schule ersetzt bekommen. Stattdessen müssen die Eltern die Fahrkarten aus eigener Tasche zahlen, ihre Kinder in Eigenregie zur Schule bringen, oder die Schüler bewältigen den Schulweg zu Fuß oder mit dem Fahrrad.

Dass diese angeblich sicheren Schulwege gespickt sind mit Gefahrenstellen, wurde bei der Begehung deutlich - etwa, weil Straßen an sehr schlecht einsehbaren Straßenbiegungen überquert werden müssen, weil vorhandene „Wege“ eigentlich gar keine gewidmeten öffentlichen Wege und demnach als solche auch nicht nutzbar sind, weil insbesondere im Bereich der Zufahrt zur Gesamtschule Konradsdorf überall der Asphalt aufgeplatzt und teilweise weggebrochen ist und Grasbüschel sprießen, weil andere Wege eher handbreite Trampelpfade sind und wieder andere mehrere hundert Meter lang unbeleuchtet durch waldähnliches Gebiet führen.

Faktisch empfinden die Eltern, Schüler und Politiker die auf diesen Wegen drohenden Gefahren als so groß, dass für sie eine Nutzung nicht infrage kommt. Nachdem nun die ersten Ortenberger Eltern schriftlich darüber informiert wurden, dass der Anhörungsausschuss des Wetteraukreises ihren Widersprüchen wenig Chancen beimisst, stellt der Magistrat der Stadt Ortenberg in einem neuerlichen Brief an den Kreisausschuss einige besondere Problempunkte heraus. Dazu gehört die Tatsache, dass die Schüler aus Wippenbach auf ihrem Weg zur Grundschule Ortenberg die Landesstraße 3184 an einer besonders unübersichtlichen Stelle queren müssen. Eine Querungshilfe gibt es an dieser Stelle nicht und leider in der gesamten Ortsdurchfahrt auch keine Querungsalternative, da es an allen anderen möglichen Stellen durch Kurven oder fehlende Gehwege noch gefährlicher wäre, die Straße zu überqueren.

Was die Erreichbarkeit der Gesamtschule Konradsdorf zu Fuß für Schüler aus Selters und Ortenberg betrifft, sieht die Stadt Ortenberg neben der Gefahr für die Schüler auch haftungsrechtliche Probleme, da zum Schulstandort Konradsdorf kein gewidmeter Fußweg führt und die Zufahrtsstraße zur Schule   zu schmal ist, um neben dem Begegnungsverkehr von Bussen auch noch von Fußgängern genutzt werden zu können. Neben der Straße steht aber kein stadteigenes und geeignetes Gelände für einen Fußweg zur Verfügung, und der schmale, ohnehin mit Stolperfallen übersäte, zur Domäne gehörende Trampelpfad wird im Winter von Räumfahrzeugen zugeschoben. In dieser Situation sieht sich die Stadt Ortenberg außerstande, ihrer Verkehrssicherungspflicht nachzukommen und lehnt jede haftungsrechtliche Verantwortung, die aus der Nutzung als Schulweg entsteht, ab. Eine Widmung eines außenliegenden Fußweges kann die Stadt Ortenberg aus haushaltsrechtlichen Gründen nicht freiwillig vornehmen.

Schon auf dem Weg entlang der B 275 von Selters her kommend gibt es keinen gewidmeten Gehweg. Eine Brücke, die überquert werden muss, ist als einsturzgefährdet klassifiziert, ein Ausweichen auf die Fahrbahn wäre für Fußgänger allerdings noch viel gefährlicher. Eine alternative Strecke gibt es nicht, insbesondere nicht den Weg entlang der Salzwiesen, da dieser durch waldähnliches Gebiet führt und im Winter stockdunkel ist.

Die Konsequenz, die der Ortenberger Magistrat  aus der Gesamtsituation zieht, ist klar: Alle Schüler aus dem Ortenberger Stadtgebiet müssen weiter mit dem Bus zur Schule gefahren werden. Zu diesem Ergebnis sind auch die Teilnehmer der Ortsbegehung einhellig gekommen.